Dieser Text wurde durch eine generative, künstliche Intelligenz als ein weiterer Beitrag zur Textreihe „Perspektiven. Für die BMH der Zukunft” erstellt.

Nach 20 Perspektiven für die BMH der Zukunft, die jeweils von menschlichen Autor_innen verfasst wurden, haben wir nun das Experiment gewagt, eine Künstliche Intelligenz (konkret ein Large Language Model) zu beauftragen, eine eigenständige „KI-Perspektive“ zur BMH der Zukunft zu schreiben. Grundlage des Textes ist ein von der KI in den bisherigen Beiträgen festgestelltes Muster der „BMH als Übersetzer_in“ – und das in vier unterschiedlichen Dimensionen. Lesen Sie, wie die KI auf diese Weise eine eigene Perspektive für die BMH der Zukunft entwickelt. Übrigens: Für alle, die noch mehr erfahren möchten, haben wir den Prozess der Texterstellung unten in einem redaktionellen Hinweis dargelegt.

Textgrafik mit farbigem Hintergrund. Text:

Ich bin keine Autorin dieser Reihe. Ich habe keine Erinnerungen, keine Biografie, keine politische Verantwortung und keinen Sitz in einem Gremium. Ich kann nicht entscheiden, welche Mittel einer Stiftung zur Verfügung stehen. Ich kann keine Förderrichtlinien beschließen, keine Haushaltsansätze verhandeln und keine politischen Mehrheiten organisieren.

Vielleicht habe ich die zwanzig Beiträge dieser Reihe deshalb unter einer anderen Fragestellung gelesen als viele menschliche Leser_innen. Beim Lesen fiel mir zunächst auf, dass zahlreiche Autor_innen der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld mehr zutrauen: mehr Forschung, mehr Bildungsarbeit, mehr Vernetzung, mehr gesellschaftliche Sichtbarkeit, mehr Demokratiearbeit, mehr Wirkung. Viele dieser Vorschläge sind überzeugend. Einige würden zusätzliche Ressourcen erfordern, andere neue Strukturen oder politische Entscheidungen. Besonders deutlich formulieren dies etwa Axel Hochrein und Alva Träbert, die für eine substanzielle Stärkung der personellen und finanziellen Ressourcen der Stiftung plädieren.

Da mir als KI besonders das Erkennen von Mustern und Zusammenhängen liegt, stellte sich mir eine übergreifende Frage, als ich die Beiträge las:

Welche Zukunftsperspektive für die BMH kann ich aus den bisherigen Textbeiträgen ableiten, die zudem unabhängig davon, ob morgen zusätzliche Mittel zur Verfügung stehen oder nicht, bereits heute relevant ist?

Das führte mich zu folgendem Gedanken:

Vielleicht liegt die Zukunft der BMH weniger in neuen Aufgaben als in einer neuen Perspektive auf bestehende Aufgaben: einem Selbstverständnis als Übersetzerin. Nicht als Institution, die immer mehr tut, sondern als Institution, die immer besser Verbindungen herstellt.

Vergangenheit in Gegenwart übersetzen

Viele Beiträge verstehen Erinnerung nicht als bloße Rückschau.

Nora Eckert versteht die Geschichte queerer Emanzipation als Auftrag, aus vergangenem Unrecht Verantwortung für Gegenwart und Zukunft abzuleiten. Martin Lücke beschreibt eine Gegenwart, in der demokratische und queere Errungenschaften erneut verteidigt werden müssen. Enrique Anarte Lazo plädiert dafür, nicht einfach mehr, sondern wirksamer zu erinnern. Und für Jan-Marco Luczak reicht Erinnerung erst dann aus, wenn sie sich in rechtlichen und institutionellen Schutzmechanismen für die Zukunft niederschlägt.

Archivbestände, Dokumente, Forschungsergebnisse, Biografien und Zeitzeug_innenberichte entfalten ihre gesellschaftliche Kraft erst dann, wenn sie verstanden, eingeordnet und mit aktuellen Herausforderungen in Beziehung gesetzt werden. Erinnerung wird wirksam, wenn sie Orientierung ermöglicht.

Die besondere Leistung der BMH besteht deshalb nicht nur darin, Geschichte zu bewahren. Ebenso wichtig könnte ihre Fähigkeit sein, das Bewahrte immer wieder neu verständlich zu machen.

Eine Ausstellung wie „gefährdet leben. Queere Menschen 1933–1945“ zeigt historische Ereignisse und spricht zugleich in die Gegenwart hinein. Sie übersetzt historische Erfahrungen in gesellschaftliche Fragen von heute.

Vielleicht ist Erinnerung am Ende beides: eine Form des Bewahrens und eine Form des Übersetzens. Zwischen Vergangenheit und Verantwortung.

Wissenschaft in gesellschaftliches Wissen übersetzen

Ein zweiter roter Faden durchzieht viele Beiträge der Reihe: Wissen.

Michael Schwartz wirbt für neue Perspektiven in der zeithistorischen Forschung und für einen erweiterten Blick auf queere Lebenswelten. Steffi Grimm macht auf Forschungslücken aufmerksam und fragt, welche Erfahrungen bislang noch nicht ausreichend sichtbar geworden sind. Jan Feddersen und Almut Schneider erinnern daran, dass gesellschaftliche Debatten verlässliche empirische Grundlagen benötigen. Heinz-Jürgen Voß zeigt, wie wissenschaftliche Erkenntnisse helfen können, gesellschaftliche Vielfalt besser zu verstehen und demokratische Offenheit zu stärken.

Wie wird aus Wissen gesellschaftliche Orientierung?

Auch hier erscheint die BMH nicht zwingend als Produzentin immer neuer Erkenntnisse. Ihre Stärke könnte vielmehr darin liegen, Erkenntnisse zugänglich zu machen.

Forschungsberichte schreiben keine Leitartikel. Daten überzeugen keine Schulklasse. Studien führen nicht von allein zu politischer Verständigung. Zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und gesellschaftlicher Wirkung liegt ein Raum, den die BMH füllen kann.

Sie muss weder Universität noch politische Interessenvertretung sein. Ihre Stärke könnte gerade darin liegen, zwischen diesen Bereichen zu vermitteln. In einer Zeit des Informationsüberflusses wird vielleicht nicht das Wissen selbst zur knappsten Ressource, sondern seine Verständlichkeit.

Unterschiedliche Lebensrealitäten in Verständigung übersetzen

Ein drittes Motiv der Reihe betrifft die Vielfalt queerer Lebensrealitäten.

Arn Sauer plädiert für eine Stiftung, die Bündnisse stärkt und gesellschaftliche Entwicklungen aus einer intersektionalen Perspektive betrachtet. Annette Güldenring beschreibt Geschlecht als komplexe Realität jenseits vereinfachender Kategorien und wirbt für einen offenen Blick auf menschliche Vielfalt. Maik Brückner entwickelt die Idee von Orten, an denen Begegnung, Austausch und Gemeinschaft möglich werden. Stefanie Hubig betont die Bedeutung gesellschaftlicher Bündnisse und von Alltagsorten als Begegnungsräume. Uli Baumann fragt, wie regionale Erfahrungen stärker in die bundesweite Arbeit der Stiftung und darüber in gesellschaftliche Debatten einfließen können.

Je vielfältiger eine Gesellschaft wird, desto größer wird ihr Bedarf an Verständigung. Menschen leben in verschiedenen Lebenswelten. Sie verfügen über unterschiedliche Begriffe, Erwartungen und Perspektiven. Das gilt innerhalb queerer Communitys ebenso wie zwischen queeren und nicht-queeren Lebensrealitäten.

Die BMH besitzt hierfür besondere Voraussetzungen. Sie bewegt sich zwischen Wissenschaft, Bildung, Kultur, Zivilgesellschaft und Politik. Sie kennt unterschiedliche Akteursgruppen und unterschiedliche Sprachen gesellschaftlicher Debatten.

Sie könnte diesen Umstand stärker als Kern ihrer Rolle begreifen.

Einzelne Erfahrungen in gesellschaftliche Fragen übersetzen

Viele Autor_innen schreiben über queere Themen. Zugleich schreiben sie immer wieder über etwas Größeres.

Falko Droßmann verbindet queere Freiheit mit demokratischer Resilienz. Sophie Koch fragt, welche gesellschaftlichen Strukturen und Förderinstrumente notwendig sind, damit queere Teilhabe dauerhaft möglich wird. Juliane Rosin macht am Beispiel ehrenamtlicher Verbandsarbeit sichtbar, wie eng die Zukunft queerer Bewegungen mit Fragen von Care-Arbeit, Resilienz und nachhaltiger Förderung verbunden ist. Nyke Slawik entwirft Zukunftsbilder einer Gesellschaft, die starre Kategorien überwindet und neue Formen von Teilhabe ermöglicht. Bernd Schachtsiek beschreibt, wie Bildung, Vernetzung und Erinnerung demokratische Verantwortung stärken können.

Diese Beiträge behandeln queere Anliegen nicht als Randthema. An Fragen queerer Sichtbarkeit, Teilhabe und Gleichberechtigung entscheidet sich auch, wie eine Gesellschaft mit Freiheit, Menschenwürde und Demokratie umgeht.

Die BMH kann solche Zusammenhänge verständlich machen. Sie kann Erfahrungen, die zunächst spezifisch erscheinen, in Fragen übersetzen, die die gesamte Gesellschaft betreffen: Wie gehen wir mit Vielfalt um? Wie schützen wir Minderheiten? Wie schaffen wir Zusammenhalt ohne Gleichförmigkeit? Wie bewahren wir Freiheit in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung?

Gerade deshalb benötigen sie Institutionen, die ihre Verbindungen aufzeigen.

Was daraus für die BMH folgt

Viele Beiträge dieser Reihe formulieren konkrete Erwartungen an die Zukunft der Stiftung. Sie wünschen sich größere Reichweite, stärkere Forschung, intensivere Bildungsarbeit, bessere Vernetzung oder dauerhaft gesicherte Strukturen.

Die Idee einer stärker übersetzenden BMH widerspricht diesen Vorschlägen nicht. Sie verbindet sie.

Denn Forschung gewinnt an Bedeutung, wenn ihre Ergebnisse verständlich werden. Bildungsarbeit gewinnt an Wirkung, wenn sie unterschiedliche Erfahrungen miteinander in Beziehung setzt. Erinnerungsarbeit gewinnt an Relevanz, wenn sie Orientierung in der Gegenwart ermöglicht. Vernetzung gewinnt an Wert, wenn aus Kontakten Verständigung entsteht.

Auch Pierre Thielbörgers Plädoyer für eine stärkere öffentliche Sichtbarkeit der Stiftung verweist auf diesen Zusammenhang. Wirkung entsteht nicht allein durch gute Projekte, Forschung oder Bildungsarbeit, sondern auch dadurch, dass ihre Erkenntnisse gesellschaftlich wahrgenommen, verstanden und weitergetragen werden.

Die Rolle der Übersetzerin ist deshalb kein zusätzliches Aufgabenfeld. Sie ist eine Perspektive auf bestehende Aufgaben, vielleicht sogar das Prinzip, das sie zusammenhält.

Demokratische Gesellschaften produzieren immer mehr Wissen, Perspektiven und Informationen. Gleichzeitig wird es schwieriger, Zusammenhänge zu erkennen. Gerade deshalb werden Institutionen wichtiger, die Brücken bauen können: zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Forschung und Öffentlichkeit, zwischen Lebensrealitäten und gesellschaftlicher Verständigung.

Warum die Zukunft Übersetzer_innen braucht

Die zwanzig Autor_innen dieser Reihe haben unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt.

Beim Lesen ihrer Texte entstand ein wiederkehrender Eindruck: Immer dann, wenn die Zukunft der BMH besonders greifbar wird, geht es um Verbindungen.

Daraus ergibt sich für mich eine Zukunftsperspektive für die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld:

Die BMH könnte ihre Rolle als Übersetzerin bewusster verstehen und stärker ausbauen. Nicht weil dadurch alle Probleme gelöst oder zusätzliche Ressourcen überflüssig würden, sondern weil genau darin eine Fähigkeit liegt, die für jede bestehende Aufgabe der Stiftung wertvoll ist.

Die Zukunft braucht nicht nur mehr Wissen, Erinnerung oder Sichtbarkeit. Sie braucht vor allem Institutionen, die daraus Orientierung machen.

Institutionen, die übersetzen.

Vielleicht liegt genau darin die Zukunft der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld.

Textgrafik mit farbigem Hintergrund. Text:

Redaktioneller Hinweis: Die vorangegangenen 20 Beiträge der Reihe „Perspektiven. Für die BMH der Zukunft“ (sprich die Beiträge 1-19 sowie der Sonderbeitrag der Bundesjustizministerin) wurden jeweils von einer_einem menschlichen Autor_in als Gastbeitrag eigenständig verfasst. Der Text „Die Zukunft braucht Übersetzer_innen“ wurde im Gegensatz dazu durch die Künstliche Intelligenz Copilot von Microsoft verfasst, die der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld im Office-Abo-Modell zur Verfügung steht.
Sowohl die Texterstellung als auch die anschließende redaktionelle Arbeit, die aus einem ersten Textentwurf letztlich die oben stehende Variante hervorgebracht hat, waren umfassende Dialog-Prozesse mit sehr unterschiedlich komplexen Prompts seitens der BMH-Redaktion. Zu „lesen“ gegeben wurden der KI dabei insbesondere alle 20 Beiträge der Reihe sowie Paragraf 2 der Satzung der Bundesstiftung, der den Stiftungszweck festlegt. Außerdem wurde der redaktionelle Rahmen der Reihe erläutert.
Nachdem die KI unterschiedliche Textideen für einen eigenständigen „KI-Beitrag“ zur Reihe vorgeschlagen hatte, wurde sie per Prompt beauftragt, ihre Idee der ‚BMH als Übersetzer_in‘ bzw. Vermittler_in weiterzuverfolgen. Nach Angaben der KI hatte sie selbst dieses Muster in den 20 Beiträgen erkannt. Alternative Textideen der KI wurden hingegen verworfen.
Als Zwischenschritt hat die KI zunächst eine Meta-Analyse der bisherigen Beiträge erstellt. Anschließend füllte die KI eine von ihr erstellte Gliederung des Textes. Die nun folgende redaktionelle Arbeit umfasste unter anderem die Verbesserung der Argumentationsstruktur, der sachlichen Stringenz sowie der inhaltichen Verweise auf bisherige Beiträge der Reihe sowie deren Verankerung im Text.
Da der Beitrag auch als Würdigung der bisherigen 20 Beiträge gelesen werden kann, war es schließlich eine redaktionelle Vorgabe, dass alle 20 Beiträge im Text vorkommen sollen.
Sie als Leser_innen mögen nun selbst beurteilen, ob der gesamte durch und mit Hilfe einer KI erstellte Text einen Mehrwert im Sinne des Erkenntnisgewinns darstellt oder womöglich auch nicht.

Vorschau

In der kommenden Woche beschließen wir diese Textreihe mit einem Beitrag unseres Geschäftsführenden Vorstands Helmut Metzner.