Wir sind zutiefst schockiert über das brutale und tödliche Ende der friedlichen Demonstration für die Rechte queerer Menschen in Berlin. Wir denken in diesen Tagen zuerst an die Menschen, die direkt durch das Attentat am späten Samstagabend getötet und schwer verletzt wurden. Allen Angehörigen, insbesondere der getöteten Person, gehört unser tief empfundenes Mitgefühl. Allen Verletzten, die seit Sonntagabend zu unserem Erleichtern außer Lebensgefahr sind, wünschen wir alle Kraft, um von den Wunden so schnell und so gut wie möglich zu genesen.

Das Attentat verletzt uns alle, die wir schon seit längerem eine zunehmende Gewalt gegen queere Lebensrealitäten wahrnehmen müssen. Schließlich sind wir gegen genau diese Gewalt am Samstag in Berlin auf die Straße gegangen.

Eine Gewalt, die aus unterschiedlichen Richtungen und Gruppierungen täglich unser Leben in Freiheit und Würde bedroht.

Unser Dank gilt allen Helfenden, die sich direkt vor Ort und nun in den Stunden und Tagen danach um Menschen kümmern, die Hilfe brauchen.

Daraus erwächst auch unsere Stärke: Aus der Solidarität und der Offenheit für unser Gegenüber. Stehen wir in den Communitys in diesen Tagen und Wochen noch enger zusammen und zeigen bei aller queeren Unterschiedlichkeit gerade jetzt noch mehr Liebe unseren Mitmenschen gegenüber.

Gleichzeitig nehmen wir dankbar wahr, dass in der Landes- und Bundespolitik Worte der Anteilnahme fallen. Wir werden genau hinhören und hinschauen: Wer meldet sich nur zu Wort, weil er_sie glaubt aus den Ereignissen Kapital schlagen zu können und letztlich die Gesellschaft weiter spalten möchte? Wer lässt auf wohlklingende Worte tatsächlich solidarische Handlungen folgen – und ändert sowohl Rhetorik gegenüber queeren Wähler_innen als auch seine_ihre Politik selbst, und schlägt einen Pfad ein, der zu mehr Schutz queerer Menschen führt, statt zu weniger?

Gerade wegen alldem, was passiert ist: Vielfalt braucht die Solidarität mit allen queeren Menschen und von allen, die guten Willens sind. Jeden Tag und immer wieder.

Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld
am Montag, 27. Juli 2026
am zweiten Tag nach dem Attentat auf den Berliner CSD