Berliner Erklärung: Spitzenfunktionäre des Sports setzen ein gemeinsames Zeichen gegen Homophobie

+++ Bundesstiftung Magnus Hirschfeld stellt Initiative Fußball für Vielfalt vor +++ SPORT BILD wird Medienpartner +++ ZDF-Sportstudio-Frontfrau Katrin Müller-Hohenstein moderiert

Auf Initiative der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld unterschreiben heute Bundesminister, die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Spitzenfunktionäre des deutschen Sports, Fußballvereine und die Charta der Vielfalt die Berliner Erklärung„Gemeinsam gegen Homophobie. Für Vielfalt, Respekt und Akzeptanz im Sport“. Dazu hat die Bundesstiftung Ehrengäste aus Sport, Politik, Wirtschaft und Vereinen in die Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom AG eingeladen. Die Telekom ist Sponsor der Veranstaltung. Der Medienpartner SPORT BILD bringt am heutigen Tag erstmals eine Ausgabe mit dem Schwerpunkt „Homosexualität im Fußballsport“ heraus.

Jörg Litwinschuh, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung:„Ich danke den Unterzeichnern der Berliner Erklärung, dass sie erstmals gemeinsam ein deutliches Zeichen gegen Homophobie und für die Akzeptanz von homosexuellen Sportlerinnen und Sportlern setzen. Wir hoffen, in den kommenden Monaten Kooperationspartner in den Vereinen und Verbänden zu gewinnen, um unser mit der Universität Vechta entwickeltes Bildungsprojekt »Fußball für Vielfalt« gerade auch in die Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu integrieren. Die SPORT BILD kann mit ihrer sportjournalistischen Kompetenz, mit der hohen Akzeptanz bei ihren Leserinnen und Lesern sowie mit ihrer großen Reichweite einen wichtigen Beitrag für den Erfolg unserer Bildungsinitiative leisten. Zugleich lade ich Profi-Sportlerinnen und -Sportler ein, sich für unsere geplante Kampagne zu engagieren. Denn wir brauchen Vorbilder im Sport, die deutlich sagen, dass sie Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle und Intersexuelle (LSBTI) im Sport akzeptieren bzw., dass sie selbst lesbisch, schwul, bisexuell, trans* oder inter* sind!“

Der Wortlaut der Berliner Erklärung:

„Als Akteurinnen und Akteure und Partnerinnen und Partner des Sports fühlen wir uns dessen integrativer Kraft in unserer Gesellschaft verpflichtet: Der Sport steht für Vielfalt, er verbindet Menschen unterschiedlichster Herkunft, Weltanschauung und Persönlichkeitsattribute. Zentrale Werte im Sport sind Respekt, Toleranz und Fair Play. Nachdrücklich anerkennen wir die bedingungslose Umsetzung dieser Werte im Sport. In weiten Teilen des Sports sind homophobe Tendenzen dennoch nach wie vor stark ausgeprägt, homosexuelle Sportlerinnen und Sportler fühlen sich diskriminiert und in ihren Entfaltungsmöglichkeiten eingeschränkt. Zudem wird das Attribut der (vermeintlichen) homosexuellen Orientierung gezielt für Anfeindungen, Verunglimpfungen und Herabsetzungen sowie als Ventil für eigene Ängste, Frustrationen und Aggressionen im Sport eingesetzt. Wir setzen uns von daher für ein aktives Vorgehen gegen Homophobie auf allen Ebenen des Sports ein. Wir unterstützen Maßnahmen zur Förderung eines vorurteilsfreien Klimas sowie zur Schaffung einer Kultur gelebter Vielfalt auf der Basis gegenseitiger Wertschätzung und Achtung. Solche Maßnahmen sollten vor allem auch auf Jugendliche und junge Erwachsene ausgerichtet sein, um entsprechende Haltungen im Zuge ihrer Identitätsentwicklung zu stärken. Um diese Maßnahmen möglichst adressatengerecht anbieten zu können, sind empirisch belastbare Daten zur Homophobie im Sport unabdingbar. Wir unterstützen von daher entschieden die Intensivierung der wissenschaftlichen Forschung auf diesem Gebiet. Das Zusammenwirken möglichst vieler Einrichtungen des Sports und der Zivilgesellschaft für Vielfalt, Respekt und Akzeptanz im Sport bietet die besten Voraussetzungen für einen nachhaltigen Wandel im Denken und Handeln aller Beteiligten.“

Erstunterzeichnerinnen und Erstunterzeichner:

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, MdB (Bundesministerin der Justiz, Vorsitzende des Kuratoriums der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld) | Dr. Hans-Peter Friedrich, MdB (Bundesminister des Innern) | Dr. Kristina Schröder, MdB (Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) | Ilse Ridder-Melchers (Vizepräsidentin Deutscher Olympischer Sportbund) | Wolfgang Niersbach (Präsident Deutscher Fußball-Bund) | Uli Hoeneß (Präsident FC Bayern München) |Klaus-Dieter Fischer (Präsident SV Werder Bremen) | Martin Kind (Präsident Hannoverscher Sportverein von 1896) | Thorsten Manske (Vizepräsident Hertha BSC Berlin) | Ralf Auer (Präsident VfR Mannheim 1896) | Dirk Zingler (Präsident 1. FC Union Berlin) | Stefan Orth (Präsident FC St. Pauli von 1910) | Christine Lüders (Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes) | Aletta Gräfin von Hardenberg (Geschäftsführerin Charta der Vielfalt) | Jörg Litwinschuh (Geschäftsführender Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld)

Infos zur Berliner Erklärung und den auf der Veranstaltung präsentierten Unterlagen: www.fussball-fuer-vielfalt.de