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Wann & Wo?

Donnerstag, 26. März 2026
16:00 Uhr
Bundesstiftung Magnus Hirschfeld,
Anton-Wilhelm-Amo-Str. 34, Berlin

Worum geht es im Vortrag?

In ihrem Vortrag “Anhänger*innen Sapphos. Subjektivierung frauenbegehrender und lesbischer Frauen in Ostdeutschland (1945-1995)” stellt Maria Bühner die wichtigsten Ergebnisse Ihrer Disseration vor. Deren Ausgangspunkt ist die Frage, wie die Lebenswelten frauenbegehrender und lesbischer Frauen in der DDR aussahen:

„Junges Fräulein, Anhängerin vom Sappho und vielseitig interessiert, sucht Briefpartnerin, ausführliche Zuschriften erbeten“ hieß es am 16. Februar 1973 in einer Kontaktanzeige in der sehr beliebten Zeitung Wochenpost. Was die Schreiberin suchte, erschloss sich nur Eingeweihten: Sappho von Lesbos, die antike griechische Dichterin, deren nur fragmentarisch überlieferte homoerotische Poesie seit Jahrhunderten mit gleichgeschlechtlichem Begehren zwischen Frauen in Verbindung gebracht wird, diente ihnen immer wieder als kultureller Code. In der DDR der 1970er Jahre war weibliche Homosexualität noch immer weitgehend tabuisiert und solche chiffrierten Anzeigen boten seltene Möglichkeiten der Kontaktaufnahme.

Das Dissertationsprojekt Bühners spannt den zeitlichen Bogen von 1945 bis 1995 und untersucht den Wandel der Subjektivierung frauenbegehrender und lesbischer Frauen in Ostdeutschland. Leitend sind Fragen nach den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Diskursen, nach Selbstverständnissen und Nischen der historischen Akteur_innen, nach emotionalen Mustern und Praktiken ihres (Gefühls-)Lebens sowie nach den Ideen von Lesbischsein und den Politiken der in den 1980er Jahren entstehenden Lesbenbewegung. Auch die Dis-/Kontinuitäten in Selbstverständnissen und Praktiken nach 1989 werden in den Blick genommen.

Theoretisch verknüpft Maria Bühner in ihrer Disseration einen subjekttheoretischen Ansatz im Anschluss an Michel Foucault mit Konzepten aus der Geschlechter-, Körper- und Emotionsgeschichte. Die Ergebnisse leisten einen Beitrag zur Geschichte der Sexualitäten, zur queeren Zeitgeschichte und historischen Transformationsforschung.

Porträtfoto Maria Bühner
Privat

Maria Bühner

Maria Bühner (Foto rechts) ist Kulturwissenschaftlerin und Historikerin. Ihre abgeschlossene Promotion zur Subjektivierung frauenbegehrender und lesbischer Frauen in Ostdeutschland (1945–1995) erzählt ostdeutsche Geschichte aus queerer Perspektive neu. Sie war u. a. als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig und am Deutschen Hygiene-Museum Dresden tätig. Ergebnisse ihrer Forschung hat sie zudem in Fachaufsätzen veröffentlicht und ist Mit-Herausgeberin eines Sammelbands zu europäischer Geschlechtergeschichte und eines Tagungsbands zu Sammlungspraktiken in Museen und Archiven. Maria Bühner engagiert sich zudem in der historisch-politischen Bildungsarbeit für die Sichtbarkeit queerer ostdeutscher Geschichte. 

Veranstaltungsdaten

Datum: Donnerstag, 26. März 2026
Uhrzeit: 16 bis 18 Uhr
Ort: Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, Anton-Wilhelm-Amo-Str. 34, 10117 Berlin
Sprache: Deutsch
Kostenfrei
Veranstaltet im Rahmen der BMH-Vortragsreihe “Forschungsperspektiven”

Kontakt

Charlotte Schuckmann
Wissenschaftliche Referentin Gesellschaft, Teilhabe und Antidiskriminierung

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Hinweis: Falls Sie am 26.3. keine Zeit haben sollten, zu uns in die Bundesstiftung zu kommen, dann können Sie sich den Vortrag im Nachgang als Aufzeichnung auch online anschauen.