Sexuelle Gleichberechtigung: Gender, Sexualität und homosexuelle Emanzipation in Europa (Bd. 04)

Magnus Hirschfeld setzte im Kampf für die Gleichberechtigung von Homosexuellen seine Hoffnungen auf die Wissenschaft, was sich in biologistischen Argumentationsmustern widerspiegelt: Körperliche und genetische Ursachen der Homosexualität bildeten die Grundlage der Diskussionen, die nicht nur in den Sexualwissenschaften noch lange Zeit einflussreich bleiben sollten. Erst in den 1970er Jahren wurden diese Muster von neuen, radikaleren Bewegungen durchbrochen und grundlegend infrage gestellt. Ein historisch wie soziologisch geprägter Ansatz wurde etabliert, der ein stärkeres Gewicht auf die Zusammenhänge von Gleichberechtigung und Menschenrechten legt. Aktuelle Debatten über gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften und die ›Homo-Ehe‹ lassen sich genau auf diesen Wechsel zurückführen.

Jeffrey Weeks widmet sich den weitgefächerten Zusammenhängen und Begleitumständen dieses Wechsels in den Argumentationsmustern für sexuelle Gleichberechtigung und wagt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.

Aus dem Englischen übersetzt von Anne Bohnet

Jeffrey Weeks, geb. 1945, ist em. Professor für Soziologie an der London South Bank University (LSBU). Veröffentlichungen u.a.: The Languages of Sexuality (2011), The World We Have Won: The Remaking of Erotic and Intimate Life (2007) und Same Sex Intimacies (mit Brian Heaphy und Catherine Donovan, 2001).

Der Vortrag wurde 2014 im Wallstein Verlag erscheinen (Bestellmöglichkeit).

Die 4. Hirschfeld-Lecture der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld fand am 29. November 2013 um 19:30 Uhr s.t. im Rahmen des ersten Hirschfeld-Kongress in Berlin statt.  Jeffrey Weeks (London South Bank University) spricht über den Wandel in der Argumentation für sexuelle Gleichberechtigung seit dem frühen 20. Jahrhundert.

Ort: dbb-Forum (Friedrichstraße 169, 10117 Berlin)

Vortragssprache: Englisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche

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