Religion und Homosexualität (Bd. 03)

Wie stehen die monotheistischen Weltreligionen zu Homosexualität? Vier Perspektiven auf gleichgeschlechtliche Liebe in Katholizismus, Protestantismus, Judentum und Islam.

In den monotheistischen Hauptreligionen der Welt ist die sexuelle Lust am eigenen Geschlecht mindestens umstritten, meistens wird sie abgelehnt und unter Strafe gestellt. Bis auf ausdrücklich liberale Lesarten wird dabei Sexualität immer auf einen einzigen Aspekt beschränkt: die Fortpflanzung.

In den verschiedenen Theologien, den Auslegungen der jeweiligen Heiligen Schriften, gibt es jedoch Deutungsmaterial, das die Liebe zwischen Menschen gleichen Geschlechts aufgreift und von ihr erzählt – aber in den volksfrommen Lebensweisen bleibt man konservativen, traditionellen Verständnissen verhaftet: Homosexuelles gilt wahlweise als Sünde, Krankheit, gar Perversion. Wer schwul oder lesbisch lebt, hat es schwer, gleichwertiger Teil eines dieser Glaubenssysteme zu sein. Allein liberale Gruppen von Judentum und Protestantismus integrieren nichtheterosexuelle Beziehungen aktiv in ihr Gemeindeleben.

Wenigstens in den europäischen, nordamerikanischen oder ozeanisch-industriellen Ländern werden mehr und mehr theologische Leseweisen kultiviert, die die strikt heteronormative Interpretation unterlaufen, und sie damit historisierend revidieren.

Die 3. Hirschfeld-Lecture der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld fand am 4. Juli 2013 in Köln statt.

Ort: Hörsaal B (Hörsaalgebäude) – Universitätsstraße 35, 50931 Köln

Referenten:

Prof. Dr. Thomas BauerThomas Bauer, geb. 1961, Professor für Islamwissenschaft und Arabistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.


Superintendent Bertold HoeckerBertold Höcker, geb. 1958, Superintendent im Evangelischen Kirchenkreis Berlin Stadtmitte und dessen Vertreter bei der Initiative zur Akzeptanz sexueller Vielfalt des Landes Berlin.


Walter HomolkaWalter Homolka, geb. 1964, Rektor des Abraham Geiger Kollegs zur Ausbildung von Rabbinern und lehrt Jüdische Studien an der Universität Potsdam. Vizepräsident der Europäischen Union für liberales Judentum und Mitglied im Executive Board der World Union for Progressive Judaism in Jerusalem.


Klaus MertesKlaus Mertes, geb. 1954, Direktor des Kollegs St. Blasien im Schwarzwald. Studien der Klassischen Philologie und Slavistik (Bonn), Philosophie (München) und Theologie (Frankfurt). Seit 2007 Mitglied im Zentralkomitee der Deutschen Katholiken und im Vorstand der Stiftung 20. Juli 1944.


Moderation: Jan Feddersen (Journalist taz. die Tageszeitung)

Der Band versammelt vier Lesarten religiöser Schriften und Überlieferungen, die den aktuellen Diskurs der Debatten um Homosexualität und Religion widerspiegeln. Er erscheint am ab 4. November 2013 im Buchhandel (ISBN: 978-3-8353-1325-5 ) und kann hier direkt bestellt werden.

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