Forschungsprojekt zur
LSBTTIQ-Verfolgungsgeschichte

In Baden-Württemberg beginnt die Forschung zur Aufarbeitung von Lebenswelten, Repression und Verfolgung von LSBTTIQ-Menschen im deutschen Südwesten in der Zeit des Nationalsozialismus und der Bundesrepublik Deutschland. Das Projekt ist eine Kooperation der Universität Stuttgart, der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und des Instituts für Zeitgeschichte München. Das erste Forschungsmodul, das jetzt startet, untersucht die Lebenswelten und Verfolgungsschicksale homosexueller Männer, die auf Grundlage der Paragraphen 175 und 175a wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt, eingesperrt und ermordet wurden.

Die Verfolgung homosexueller Männer in der NS-Zeit, aber auch ihre Kontinuität in der Bundesrepublik, sind nach wie vor wenig erforscht. Das Projekt soll für den deutschen Südwesten eine große Forschungslücke schließen, LSBTTIQ-Geschichte sichtbar machen und ein wichtiges politisches Zeichen für die Anerkennung sexueller Vielfalt setzen. Ziel ist eine umfassende Aufarbeitung der Verfolgung mit Schwerpunkt auf den Erfahrungen der Opfer. Die institutionelle Seite der Verfolgung und die Erforschung der Lebenswelten und Repressionserfahrungen von lesbischen Frauen und trans- und intergeschlechtlichen Menschen sollen in zwei weiteren Forschungsmodulen untersucht werden. Über ein bereits laufendes Vermittlungsprojekt werden die Forschungsergebnisse regelmäßig online veröffentlicht und mit Betroffenen und Interessierten diskutiert.

 

Fachtagung „Späte Aufarbeitung“
Titel Veranstaltung

Vom 27. bis zum 28. Juni 2016 findet in Bad Urach im Landkreis Reutlingen die Fachtagung „Späte Aufarbeitung. Lebenswelten und Verfolgung von LSBTTIQ-Menschen im deutschen Südwesten“ statt, eine Kooperationsveranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, der Universität Stuttgart, des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin und des Netzwerks LSBTTIQ Baden-Württemberg.

Im Rahmen der Fachtagung werden die historischen Lebensrealitäten und insbesondere die Verfolgung nichtheterosexueller Menschen unter Mitwirkung von am Forschungsprojekt arbeitenden Historiker_innen und Vertreter_innen der LSBTTIQ-Community umfassend vorgestellt. In verschiedenen Arbeitsgruppen besteht außerdem die Möglichkeit, zentrale Fragestellungen vertiefend zu diskutieren und Lösungsansätze für Vermittlungskonzepte und besondere Problemstellungen gemeinsam zu erarbeiten.

Ein Begrüßungswort bei der Veranstaltung im Haus auf der Alb (Foto: Gerd Jütten) spricht Brigitte Lösch MdL, Vizepräsidentin des Landtags von Baden-Württemberg.

  • Flyer der Tagung (PDF)
    Mit Zeitübersicht und Angaben zu allen Referenten und Podienteilnehmern.
  • Anmelde-Forumular (PDF)
    Die Anmeldung und Teilnahme sind für Multiplikator_innen kostenfrei, die Kosten für Unterkunft und Verpflegung übernimmt die Landeszentrale für politische Bildung. Fahrtkosten werden nicht erstattet.

 

Stellenausschreibung

Im Rahmen des Projekts ist am Historischen Institut der Universität Stuttgart zum 1. Juni 2016 eine auf insgesamt drei Jahre befristete Stelle eines/einer wissenschaftlichen Mitarbeiters bzw. Mitarbeiterin (TV-L EG 13) in der Abteilung für Neuere Geschichte zu besetzen. Bewerbungsschluss ist der 24. April 2016. Die gesamte Ausschreibung finden Sie auf der Webseite.

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