Crimes of Passion: Repräsentationen der Sexualpathologie im frühen 20. Jahrhundert

poster_A4_englishDie Tagung Crimes of Passion findet vom 24. bis 26. Juni in Münster statt. Sie widmet sich der Trias Sexualität – Kriminologie – Literatur im frühen 20. Jahrhundert und versucht sich an einer fundierten Zusammenschau:

Der sexualpathologische Diskurs eroberte die Kultur der Moderne fast ebenso schnell wie er sich als wissenschaftliche Disziplin zu etablieren begann. Von Anfang an gehen Wissenschaft und Kultur dabei ein enges Bündnis ein. Da es zunächst an empirischem und statistischem Material mangelt, sehen sich die Wissenschaftler genötigt, ihre Systematisierungen sexueller Devianzen auf der Basis von literarischen Fallgeschichten zu konstruieren.

Die für den sexualpathologischen Diskurs typische Verbindung von sex and crime trieb die wissenschaftliche wie auch populäre Rezeption von Texten Richard Krafft-Ebings, Magnus Hirschfelds oder Erich Wulffens maßgeblich voran. Sexuelle Devianz hat sich zu einem prominenten Ableger des sozial Anderen entwickelt, da sie per definitionem das Andere von dem repräsentiert, was gesellschaftlich akzeptiert, legitimiert und institutionalisiert ist. Devianz ist Abweichung von einem kulturell konstruierten „Normalen“ und wird als Bruch mit der sozialen Ordnung und damit als Verbrechen wahrgenommen. Die Virulenz von sexueller Devianz belegen exemplarisch etwa die Debatten über den § 175 des deutschen StGB, der den gleichgeschlechtlichen Verkehr verbot. Der Paragraph, der endgültig erst 1994 abgeschafft wurde, rückt gesellschaftlich und kulturell bereits sanktioniertes Sexualverhalten in den Bereich der Rechtsprechung und Strafverfolgung. Damit ist nicht zuletzt die Transformation eines genuin „privaten“ Bereichs zu einem „öffentlichen“ markiert. Die neue Wahrnehmung sexueller Devianz (wissenschaftlich und juridisch) betrifft auch Reflexionen über Geschlechterrollen – und das heißt vor allem über ‚das Weibliche‘ –, die nunmehr ausgehend von sexualpathologischem Wissen erfolgen. Besonders eindrücklich führt dies der umstrittene wie erfolgreiche Otto Weininger vor.

Weitere Infos und detailliertes Tagungsprogramm finden Sie hier.

Freistaat Thüringen gedenkt homosexuellen Opfern des Nationalsozialismus

Rudolf Brazda am 21.03.2009 vor dem Deutschen Nationatheater in Weimar (Fotograf: Jean-Luc SCHWAB).

Rudolf Brazda am 21.03.2009 vor dem Deutschen Nationatheater in Weimar (Fotograf: Jean-Luc SCHWAB).

Der Freistaat Thrüngen gedenkt als erstes Bundesland in einem Staatsakt am 23. Juni 2013 um 17:00 Uhr den Opfern des Nationalsozialismus aus Anlasse des 100. Geburtstages von Rudolf Brazda. Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora unterstützen den Gedenkat.

Veranstaltungsort ist das Deutsche Nationaltheater Weimar, Theaterplatz 2, D-99423 Weimar.

Das Programm finden Sie in der Einladung zum Gedenkakt. Personen, die an der Veranstaltung teilnehmen möchten, aber keine Einladung erhalten haben, können sich mit Namen und vollständiger Anschrift bis zum 3. Juni bei der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld anmelden: vorstand@mh-stiftung.de.

Journalist_innen, die noch keine Einladung erhalten haben, können sich ausschleißlich per E-Mail akkreditieren via: medieninformation@tsk.thueringen.de (bitte verwenden Sie in der Betreffzeile das Wort “Gedenkakt”).

Interview mit der Ministerpräsidenten des Freistaats Thüringen in DIE ZEIT.

Rudolf Brazda wurde am 26. Juni 1913 in Thüringen geboren und starb am 3. August 2011 in Frankreich. Er war der letzte Überlebende des Konzentrationslagers Buchenwald, der wegen seiner Homosexualität verfolgt worden war.

Foto links: Brazda am 6.Juni 2010 vor seinem Haus in Frankreich, vor dem von seinem verstorbenen Lebenspartner Edi gepflantzten Rosenbusch (Fotograf: Jean-Luc SCHWAB).

Artikel über Rudolf Brazda in DIE ZEIT vom 23. Mai. 2013.

1. Charity Dinner der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld

„Spenden gegen Diskriminierung – Engagement für die Vielfalt“

Gäste des 1. Charity Dinners am 25. Mai 2013 im WALDORF ASTORIA Berlin (Foto: Bundesstiftung Magnus Hirschfeld/Sabine Hauf)

Berlin (16 Mai 2013). Am 25. Mai 2013 lädt die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld zu ihrem ersten Charity Dinner in das neu eröffnete WALDORF ASTORIA Berlin ein. Die festliche Veranstaltung soll zukünftig einmal jährlich stattfinden. 2013 hat Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger – Vorsitzende des Stiftungskuratoriums – die Schirmherrschaft übernommen.

Ministerin Leutheusser-Schnarrenberger: „Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld wurde von der Bundesregierung gegründet, um die Rechte von Homosexuellen durch Bilden, Forschen und Erinnern zu stärken. Sie leistet unschätzbare Dienste bei der Aufarbeitung der Geschichte der Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen und Intersexuellen (LSBTI), wirkt darüber hinaus in die Gesellschaft hinein und weist auf immer noch existierende Diskriminierung hin. Dafür braucht die Stiftung auch die Unterstützung der Zivilgesellschaft und der Politik. Meine Unterstützung hat sie.”

Initiator des Dinners ist David Kugler (Accenture) – Mitglied des Fachbeirats der Stiftung. 150 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Medien haben aus der gesamten Bundesrepublik ihre Teilnahme an dem Abend zugesagt. Musikalisch gestaltet wird das Dinner von Judy Winter mit dem grandiosen Programm „Marlene“, – am Piano begleitet von Harry Ermer, – und den Birddogs. Durch den Abend führt TV-Moderator Jochen Schropp. Tennislegende Martina Navrátilová wird sich mit einer persönlichen Videobotschaft an die Gäste richten.

Jörg Litwinschuh, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung: „Wir freuen uns, dass unsere Auftaktveranstaltung auf so großes Interesse stößt. Die Stiftung engagiert sich durch Forschung und Bildung für eine vielfältigere Gesellschaft, in der Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Geschlechtsidentität oder Geschlechtsrolle nicht mehr benachteiligt werden. Die Spendeneinnahmen der Gäste des Charity Dinners fließen ausschließlich in die Forschungs- und Bildungsarbeit der Stiftung – z.B. in den Aufbau des „Archivs der anderen Erinnerungen“, das Zeitzeugen portraitiert, in das Diversity-Projekt „Fußball gegen Homophobie“ sowie zur Unterstützung externer Förderanträge, die an die Stiftung gerichtet werden.“

Das WALDORF ASTORIA BERLIN vom Zoologischen Garten aus betrachtet. Foto: Bundesstiftung Magnus Hirschfeld/Jörg Litwinschuh.

Unter den Gästen befinden sich der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit; Sabine Leutheusser-Schnarrenberger MdB, Bundesministerin der Justiz; Renate Künast MdB, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen; Dr. Gesine Lötzsch MdB, Stellv. Fraktionsvorsitzende Die Linke; Ole von Beust, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg a. D.; Prof. Dr. Susanne Baer LL.M., Richterin des Bundesverfassungsgerichts.

Das Fundraising Event wird vollständig von Unternehmens-Sponsoren – VP Bank Vaduz / Liechtenstein, WALDORF ASTORIA Berlin, Rechtsportal Juris – und Privatpersonen (z.B. Bruno Gmünder) finanziert. Zahlreiche weitere Firmen und Personen unterstützen die Veranstaltung mit Sach- und Dienstleistungen (z.B. LindenLeaves – preisgekrönte Kosmetik aus Neuseeland; die Promifotografin Brigitte Dummer; die Eventagentur punkt.e – events made in berlin) sowie mit zweckgebundenen Spenden für die Organisation und die Durchführung der Gala.

Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld versteht sich als Impulsgeberin für die Erforschung und Darstellung geschichtlicher Zusammenhänge und aktueller Entwicklungen hinsichtlich der Diskriminierung und des Alltags von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen und Intersexuellen (LSBTI). Aktueller Schwerpunkt der Arbeit ist die wissenschaftliche Aufarbeitung der nationalsozialistischen Homosexuellenverfolgung und die Suche nach Zeitzeugen der Verurteilungen in der Bundesrepublik Deutschland nach § 175 StGB bis 1969. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse fließen in Bildungsmaßnahmen zu den Themen sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität und Geschlechtsrolle ein, die zu mehr Akzeptanz von LSBTI-Lebensweisen in der Gesellschaft beitragen helfen.

Weitere Informationen über die Arbeit der Stiftung finden Sie unter: http://www.mh-stiftung.de, http://www.fussball-gegen-homophobie.de, http://www.hirschfeld-tage.de; bei Facebook: mhstiftung und Fussball-gegen-Homophobie

Einladungskomitee des Charity Dinners:
Dr. Alfred Biolek, Entertainer und Fernsehproduzent; Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor Stiftung Preußische Schlösser und Gärten; Aletta Gräfin von Hardenberg, Geschäftsführerin Charta der Vielfalt e.V.; Dr. Bertold Höcker, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Berlin Stadtmitte; Manuela Kay, Verlegerin Siegessäule, L-Mag, Du & Ich; Dr. Thomas Köhler, Leiter Berlinische Galerie; David Kugler, Fachbeirat der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld; Jörg Litwinschuh, Geschäftsführender Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld; Ines Pohl, Chefredakteurin taz. die tageszeitung; Rosa von Praunheim, Regisseur; Thomas Sattelberger, Vorstand a.D. Deutsche Telekom AG; Dietmar Schwarz, Intendant der Deutschen Oper Berlin; Axel Strehlitz, Verleger hinnerk & LEO, Unternehmer; Axel Wallrabenstein, Chairman der MSLGroup Germany.

Anmeldeunterlagen bestellen: charity@mh-stiftung.de

Spendenkonto: Kontoinhaberin: Bundesstiftung Magnus Hirschfeld Kto.-Nr.: 250505 Bank: Bank für Sozialwirtschaft AG (BLZ: 10020500)

3. Pressemitteilung, ddp direct
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Einladung zum Gedenken an Magnus Hirschfeld: 14. Mai 2013, 13 Uhr

Geburts- und Todestag von Magnus Hirschfeld

Wir gedenken Dr. Magnus Hirschfeld.

Am Dienstag, 14. Mai 2013, um 13.00 Uhr gedenken die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin dem weltberühmten jüdischen Arzt und Sexualreformer Dr. Magnus Hirschfeld mit einer Kranzniederlegung an der Hirschfeld-Stele in Charlottenburg, die am14. Mai 1995 eingeweiht wurde. Dort hatte Hirschfeld seine Praxis bevor er das Institut für Sexualwissenschaft gründete. Anlass für das Gedenken ist sein Geburts- und Todestag.

Partner der Veranstaltung sind der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg, die Initiative Queer Nations und die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft. Diese Veranstaltung wird seit vielen Jahren von den Schwulen und Lesben in der SPD – AG SCHWUSOS Charlottenburg-Wilmersdorf – organisiert. Erwartet werden auch Mitglieder des Deutschen Bundestages, des Abgeordnetenhauses von Berlin sowie weitere Vertreter_innen von weiteren Parteien und LSBTI-Vereinen.

Anlässlich des 80. Jahrestages der Zerstörung des Instituts für Sexualwissenschaft (6. Mai 1933) widmet die Bundesstiftung der Einrichtung ein eigenes Dossier.

Datum: Dienstag, 14. Mai 2013, 13.00 Uhr
Ort: Otto-Suhr-Allee 93, 10585 Berlin, gegenüber dem Rathaus Charlottenburg

Podiumsdiskussion: “´Wir müssen draußen bleiben!´ Sind Parteienausschlüsse von CSD-Paraden der richtige Weg?”

Podiumsdiskussion am 10. Mai im Rathaus Charlottenburg. Copyright: Bundesstiftung Magnus Hirschfeld/Sabine Hauf – 2013.

Beispielhafte Pressestimmen zur Podiumsdiskussion:
Tagesspiegel (Cay Dobberke)
Siegessaeule.de (Christian Mentz)
BLU (Christian Knuth)
Queer.de (Stefan Mey)
Weblog “Samstag ist ein guter Tag” (Rainer Hörmann)

Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld veranstaltet am 10. Mai 2013 um 18:30 Uhr in Berlin eine Podiumsdiskussion zu dem aktuellen Diskussionsthema in und außerhalb der LSBTI-Community: “´Wir müssen draußen bleiben!´ Sind Parteienausschlüsse von CSD-Paraden der richtige Weg?”

Veranstaltungsort: Rathaus Charlottenburg, Festsaal, 3. Obergeschoss, Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin

Die Veranstaltung wird präsentiert von der Zeitschrift Siegessäule.

 

Es diskutieren:

Dr. Stefan Kaufmann – MdB/CDU; Kirstin Fussan – Geschäftsführerin SPD Landesverband Berlin; Anja Kofbinger – MdA/BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN; Dr. Klaus Lederer – MdA/DIE LINKE; Ali Utlu – Piratenpartei; Robert Kastl – Geschäftsführer Berliner CSD; Marc-Pierre Hoeft – Vorstand Hamburg Pride; Jörg Kalitowisch – Vorstand Cologne Pride;  Alexander Vogt – Vorsitzender Lesben und Schwule in der Union LSU Bundesverband, Jörg Steinert – Geschäftsführer LSVD Landesverband Berlin-Brandenburg; Ralf Fröhlich – Bundesvorstand Liberale Schwule und Lesben LiSL.

Moderation: Ines Pohl – Chefredakteurin taz. die tageszeitung.

Begrüßung: Reinhard Naumann – Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf; Jörg Litwinschuh – Geschäftsführender Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld.

Diskutieren Sie mit auf unserer Facebook-Seite!

Medienberichte: Berliner Zeitung, 27. April (“CDU darf vielleicht doch beim CSD marschieren”); Tagesspiegel, 26. April (“Demo-Verbot: CDU und CSD wollen reden”; Märkische Zeitung, 26. April 2013 (“Auschluss trifft Homosexuelle”); Kommentar queer.de, 26. April 2013 (“Ene mene muh, raus ist die CDU”).

Pressemitteilung 9. Mai 2013

Gedenkveranstaltung “80. Jahrestag der Plünderung des Instituts für Sexualwissenschaft”

Eindrücke von der Veranstaltung am 5. Mai:

Eröffnung durch Dr. Hermann Simon, Direktor der Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum

Eröffnung durch Dr. Hermann Simon, Direktor der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum

    Lesung von Gustav Peter Wöhler aus der Autobiographie „Christopher and His Kind“

Lesung von Gustav Peter Wöhler aus der Autobiographie „Christopher and His Kind“

    Musikalische Begleitung: Vivian Kanner, am Akkordeon: Maxim Shagaev

Musikalische Begleitung: Vivian Kanner, am Akkordeon: Maxim Shagaev

Grußwort von Dr. Ulrich Baumann, Stv. Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Grußwort von Dr. Ulrich Baumann, Stv. Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

    Dr. Anne Algermissen (BMJ) verliest das Grußwort der Kuratoriumsvorsitzenden der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

Dr. Anne Algermissen (BMJ) verliest das Grußwort der Kuratoriumsvorsitzenden der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

Gäste des Gedenkaktes

Gäste des Gedenkaktes

Podiumsdiskussion: Dr. Rainer Herrn, Jan Feddersen (Moderation), Dr. Susanne zur Nieden, Andreas Pretzel

Podiumsdiskussion: Dr. Rainer Herrn, Jan Feddersen (Moderation), Dr. Susanne zur Nieden, Andreas Pretzel

Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld lädt die Bürger_innen zu ihrer Gedenkveranstaltung aus Anlass des 80. Jahrestages der Zerstörung des Instituts für Sexualwissenschaft (6.5.1933) für den 5. Mai um 16 Uhr in das Centrum Judaicum nach Berlin ein.

Am 19. April veröffentlichen wir ein Online-Dossier zum Thema (Autor: Enrico Ippolitto), das aufzeigt, welche Folgen die Plünderung und Schließung des Instituts durch die Nazis bis heute haben (Pressebericht).

Eine Veranstaltung im Rahmen des Themenjahres:

Eine Teilnahme ist ausschließlich nach vorheriger Anmeldung möglich: Alle Infos zur Gedenkveranstaltung. Virtueller Rundgang durch das Institut für Sexualwissenschaft (1919-1933) – eine Online-Ausstellung der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V.

Stolperstein für Recha Tobias

Recha Tobias geb. Hirschfeld in Kolberg, undatiert (Quelle: Archiv der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V..)

Recha Tobias geb. Hirschfeld in Kolberg, undatiert (Quelle: Archiv der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V..)

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Ostersamstag 2013 wird der Kölner Künstler Gunter Demnig auf Initiative der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. einen Stolperstein für Recha Tobias, die älteste Schwester Magnus Hirschfelds, verlegen. Recha Tobias wurde 1857 in Kolberg (heute Kołobrzeg) geboren. Sie wohnte ab 1927 für etliche Jahre im Nachbargebäude des Berliner Instituts für Sexualwissenschaft unter der Adresse In den Zelten 9a. Hier vermietete sie mehrere Zimmer einer großen Wohnung, deren hinteren Trakt sie selbst nutzte. Einer ihrer bekanntesten Untermieter war der britische Schriftsteller Christopher Isherwood. Recha Tobias wurde im August 1942 nach Theresienstadt deportiert und kam dort am 28. September 1942 ums Leben. Weiterlesen

Aufruf: Bundesstiftung Magnus Hirschfeld fördert fünf Projekte zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie (IDAHO)

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Am 17. Mai ist Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie (IDAHO). Wie bereits im letzten Jahr rufen die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (BMH) und die blu Initiativen auf, Ideen für Veranstaltungen rund um diesen Aktionstag einzureichen. Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld unterstützt 5 Projekte mit jeweils bis zu 800 Euro. Einsendeschluss für die formlose Bewerbung (Projektbeschreibung, Finanzplan, Aussage zu den Bildungszielen) ist der 31. März: Ausschließlich digital an idaho@mh-stiftung.de. blu und die BMH stellen die Bewerbungen auf blu.fm vor und bitte die Leser_innen um Abstimmung. Im Mai stellen BMH und blu die 5 Gewinner vor. Projekte, die sich mit dem Thema Homophobie im Fußballsport beschäftigen, werden bevorzugt unterstützt.  Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Das Bildungsprojekt der Stiftung “Fußball gegen Homophobie” kooperiert mit Fußballfans gegen Homophobie und den Queer Football Fanclubs.

Erste gemeinsame Tagung von IfZ und BMH – ein Bericht

Stefanie Wolter

Stefanie Wolter

Stefanie Wolter (Jg. 1985)

Zur Zeit Wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Zeitgeschichte für das Projekt „Lebenssituationen und Repressionen von LSBTI im Nationalsozialismus“. Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, der Germanistik und des Öffentlichen Rechts in Münster, anschließend Forschungen zu „volksdeutschen“ Minderheiten in der Zeit des Nationalsozialismus. Dissertationsprojekt zu Kulturpolitik für Vertriebene in der frühen Bundesrepublik.

 

Bericht vom Workshop

Teilnehmer_innen des Workshops - Foto: Sabine Hauf

Teilnehmer_innen des Workshops – Foto: Sabine Hauf

„Lebenssituationen und Repressionen von Lesben, Bisexuellen, Schwulen, Trans- und Intersexuellen (LSBTI)  im Nationalsozialismus“ – so lautete der Titel eines eintägigen Workshops, zu dem das Institut für Zeitgeschichte München-Berlin (IfZ) Abteilung Berlin und die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (BMH) am 1. Februar 2013 in den Räumlichkeiten des IfZ in Berlin-Lichterfelde geladen hatten. Mehr als 20 Wissenschaftler_innen aus Deutschland und Österreich, die sich mit der Verfolgung und Repression von LSBTI in der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigen, waren der Einladung gefolgt.

Im Rahmen eines Kooperationsprojektes bereiten das IfZ und die BMH zur Zeit einen Forschungsförderantrag zu dem genannten Thema vor. Neben der Möglichkeit zur Vernetzung und zum fachlichen Austausch sollte der Workshop vor allem dazu dienen, den derzeitigen Forschungsstand zu rekapitulieren und Forschungsfragen und -desiderate zu benennen. Langfristig gesehen sollen die Ergebnisse der Einzelforschungen systematisch in die allgemeinen Debatten der NS-Forschung etabliert werden.

Auf die Teilnehmenden wartete viel Input – 13 Referent_innen zeigten die Vielfalt des Forschungsfeldes auf, stellten ihre bisherigen Ergebnisse vor, plädierten für eine differenzierte Untersuchung der verschiedenen Abstufungen von Repression gegenüber den unterschiedlichen Gruppen, nannten Quellenbestände und Forschungsansätze und wiesen auf bis jetzt noch kaum thematisierte Gruppen wie Inter- und Transsexuelle hin. Die anschließenden Diskussionen waren intensiv und fruchtbar und gaben zusätzlich noch weitere Impulse.

Der Workshop hat deutlich aufgezeigt, in wie vielen Bereichen das Thema „Lebenssituationen und Repressionen von LSBTI im Nationalsozialismus“ trotz bemerkenswerter Leistungen einzelner Forscher_innen dringend noch weiteren Bearbeitungen bedarf, und wie viele verschiedene Herangehensweisen es gibt – von einer quantitativen Auswertung von Gerichtsakten bis hin zu einer theoretischen Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Homosexualität und Faschismus. Es wurde deutlich, dass das Potential für weitere Forschungen vorhanden ist, dass das Thema aber noch intensiver in die etablierte Geschichtswissenschaft einzubringen ist. Wünschenswert wäre es, wenn ein solches Treffen zukünftig in regelmäßigeren Abständen mindestens einmal jährlich installiert werden könnte, um eine bessere Vernetzung und einen ständigen Austausch zu ermöglichen.

Einen ausführlichen Überblick über den Workshop und die einzelnen Beiträge finden Sie hier: Workshopbericht_IfZ-BMH_StefanieWolter.

Stefanie Wolter

Stiftung: Deutsche Bischofskonferenz muss sich von Erzbischof Müller distanzieren

Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld kritisiert den Holocaust-Vergleich von Erzbischof Gerhard L. Müller in der Zeitung DIE WELT scharf, Kritik an der katholischen Kirche käme einer „Pogromstimmung“ gegen die Kirche gleich.

Dazu erklärt Jörg Litwinschuh, Geschäftsführender Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld: „Wir fordern die Deutsche Bischofskonferenz auf, sich klar und deutlich von den Äußerungen von Herrn Müller zu distanzieren. Berechtigte Kritik an der katholischen Kirche – z.B. bei ihrer schleppenden Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs oder bei ihrem diskriminierenden Umgang mit gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften und LSBTI-Familien – mit einer Pogromstimmung zu vergleichen, ist unerträglich und kann als ein Versuch der Verfälschung von Zeitgeschichte betrachtet werden.“

Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld erforscht die Verfolgung und Repression von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen und Intersexuellen (LSBTI) und fördert Bildungsmaßnahmen zum Abbau von Diskriminierung in Schule, Arbeitswelt und Gesellschaft. Anlässlich des 80. Jahrestages der Machtergreifung des Hitler-Regimes veranstaltete die Stiftung am vergangenen Freitag eine erste, gemeinsame Tagung mit dem Institut für Zeitgeschichte München (IfZ): Mehr als zwanzig namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die die LSBTI-Verfolgungen und Repressionen z.B. in Deutschland und Österreich von 1933-1945 und von 1949 bis 1969 aufarbeiten, waren der Einladung in die Berlin-Abteilung des IFZ gefolgt. In den Vorträgen und Diskussionen zeigte sich auch, dass die unrühmliche Rolle z.B. der katholischen Kirche im „Dritten Reich“ und in der frühen Bundesrepublik einer dringenden weiteren Erforschung bedarf. So zeigte z.B. die New Yorker Historikerin Prof. Dr. Dagmar Herzog im ersten Band der neuen Schriftenreihe „Hirschfeld-Lectures“ der Bundesstiftung auf, wie groß der Einfluss der katholischen Kirche von 1933 bis in die 1950er Jahre auf die homophobe Diskriminierungspolitik der jeweiligen Regierungen war.

Der Namensgeber der Stiftung – Magnus Hirschfeld – war Jude, Sozialist und schwul (siehe Film der Stiftung über Magnus Hirschfeld). Sein weltberühmtes Berliner Institut für Sexualwissenschaft war die erste Einrichtung, die die Nazis am 6. Mai 1933 zerschlugen. Teile der einzigartigen Bibliothek wurden am 10. Mai 1933 auf dem Bebelplatz verbrannt, die liberale Sexualwissenschaft ausgelöscht. Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld begeht am Sonntagnachmittag, 5. Mai 2013, mit zahlreichen Kooperationspartnern eine Gedenkveranstaltung in Berlin anlässlich des 80. Jahrestages der Plünderung des Instituts.

Am 4. Juli 2013 (um 18 Uhr) veranstaltet die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld im Rahmen des Cologne Pride eine Lecture in Köln zum Thema „Homosexualität und Religion“. Es diskutieren: Rabbiner Prof. Dr. Walter Homolka (Rektor des Abraham Geiger Kollegs, Potsdam), Prof. Dr. Thomas Bauer (Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Leiter des Instituts für Arabistik und Islamwissenschaft), Dr. Bertold Höcker (Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Berlin Stadtmitte) und Jesuitenpater Klaus Mertes (Direktor des Kollegs St. Blasien) – Moderation Jan Feddersen (taz. die tageszeitung).

Zur Pressemitteilung.